Wie Teenager in den Widerstand gingen

Oft hätte man eine Stecknadel fallen hören: Wenn Autor Dirk Reinhardt von seinen Recherchen über die jugendlichen "Edelweißpiraten" aus Köln berichtete, welche sich im 2. Weltkrieg mit Flugblättern, Graffiti und Sabotage-Aktionen gegen die NS-Herrschaft einsetzten, dann lauschten die 80 Schüler*innen der Jahrgangsstufe 7 gebannt seinen Ausführungen. Viele Monate hatte er mit Zeitzeugen Interviews geführt, in Archiven gesucht und dort z.B. die originalen Verhörprotokolle der Gestapo eingesehen.

Und auf der anderen Seite kam Reinhardt kaum hinterher, die zahlreichen Fragen seiner jugendlichen Zuhörer zu beantworten. Doch der Buchautor und Historiker konnte zu jedem Punkt spannende Hintergrundinformationen beisteuern und so den Schüler*innen das Schicksal der Edelweißpiraten eindrücklich vermitteln.

Die Lektüre des Jugendromans "Edelweißpiraten" wird nicht nur durch die Autorenlesung ergänzt, sondern auch durch den Besuch des ehemaligen Gestapo-Hauptquartiers in Köln umfassend erfahrbar. In dem sogenannten LD-Haus wurden viele Mitglieder der Edelweißpiraten brutal verhört; heute befindet sich dort das NS-Dokumentationszentrum. (Hu)