Manchester: Eine Reise gegen die Vorurteile

Montag, 2. September: der LK Geschichte, LK Englisch und meine Wenigkeit stehen bereits in Manchester am Flughafen und warten.
Warten auf die anderen, die mit Koffer geflogen sind und warten auf den Bus, wir stehen draußen im Regen.

Ich war müde, genervt (vom Reiseziel, I mean Manchester, really?) und durchnässt, nach 45min können wir endlich in den Bus.
Auf zum Hotel... Jugendherberge.

In der Jugendherberge angekommen, ging eigentlich alles ziemlich schnell, Zimmer wurden aufgeteilt, “Regeln“ wurden festgelegt und man bekam eine kurze Übersicht, was in Manchester alles auf dem Programm steht.

Meine Stimmung hatte sich zu dem Zeitpunkt nicht wirklich gebessert, Vorurteile wie „Engländer sind unfreundliche Säufer“ oder „Nur Regen und Industrie“ schwirrten in meinem Kopf umher. Vielleicht sollte ich dazu auch anmerken: Ich war noch nie vorher in England und hatte bei Manchester eher die Vorstellung, dass es eine Stadt wie Bochum oder Dortmund sein wird: „Wow, halt eine Industriestadt, aber warum muss ich dafür irgendwo hinfliegen? Wir haben hier das Rheinland, Industrie schlechthin!“

Doch schon am ersten Abend musste ich meine Vorurteile revidieren, zumindest die der hässlichen Industriestadt, denn bereits nach Verlassen der Jugendherberge tauchte man ein in eine Mischung aus Brooklyn, Amsterdam und Düsseldorf.
Moderne Hochhäuser reihen sich an altmodische Industriegebäude aus dem letzten Jahrhundert, breite Straßen und verwinkelte Gassen in Kombination mit der viktorianischen bis hin zur modernen Architektur erzeugen eine ungemein gemütliches und zeitloses Flair.

Da es Montag und bereits nach 22 Uhr war und der gute Europäer, so wie man ihn kennt, zu der Uhrzeit schon im Bettchen ist oder auf der Couch, waren die Straßen dementsprechend leergefegt... kann aber auch sein, dass es am Regen lag.

Nach einer ruhigen Nacht in 4er-Hochbettzimmern startete der Morgen mit einem ausgiebigem English Breakfast, im Anschluss ging es zum ersten Programmpunkt: Eine nette ältere Dame holte uns vor der Jugendherberge ab und wir begannen mit der Stadtrundführung.
Eine der ersten Anlaufstellen war der Bridgewater-Canal in Castlefield, wo sich auch direkt unsere Herberge befand. Was den Bridgewater-Canal auszeichnet, sind die schönen Spazierwege und fancy Cafés.

Eine weitere Anlaufstelle war das Royale Exchange Theatre Manchester, welches aufgrund seiner Renovierung nach dem Zweiten Weltkrieg an Bekanntheit gewann, man verband den Viktorianischen Baustil mit der heutigen Moderne.
Nach Beendigung der Stadtführung zeigte sich die Lehrerschaft großzügig und wir wurden in die Freizeit entlassen.

Eines der Highlights war das Imperial War Museum, welches wir nach einem Besuch des BBC-Hauptsitzes besichtigten.
Im Museum selbst gab es Vorträge und Erzählungen von Kriegsveteranen. Sie hielten sich Museum verteilt auf und man konnte sich persönlich mit ihnen unterhalten und somit einen hautnahen Einblick in die Geschichte und in ihr Leben bekommen.

Neben unserem Hauptprogramm war natürlich die Freizeit, von der wir auch dank der guten Lehrer nicht zu wenig hatten, eines DER Highlights. So wie es sich für eine Abschlussfahrt gehört, haben wir natürlich auch Freundschaften geschlossen und konnten Vorurteile aus dem Weg räumen. Bald wisst ihr, was ich meine, macht euer Abi!

Abschließend kann ich als jemand sagen, der absolut gegen Manchester war, dass es mir sehr viel Spaß gemacht hat. Ich bin froh, eine so schöne Stadt gesehen und so viele neue Erfahrungen gemacht zu haben. Denn: „Zu frühe Urteile sind Vorurteile, aus denen der Irrtum emporsteigt wie der Nebel aus dem Meere.“ (Johann Heinrich Pestalozzi)

Fynn Stomphorst, Q2