Im Hauptquartier der Gestapo

Und plötzlich standen die 7.-Klässler selber genau in der Zelle, in denen die brutalen Verhöre stattgefunden hatten, von denen sie vorher im Deutschunterricht gelesen hatten: im Keller des Kölner Gestapo-Hauptquartiers. Niedrige Decken, überaus kleine Zellen, in denen 8-20 Leute eingepfercht wurden über Tage und Wochen - kaum vorstellbar.

Wie die Nationalssozialisten es schafften, den Weg zu diesen Unvorstellbarkeiten zu bahnen, darüber informierten Angestelle des NS-Dokumentationszentrums die Schüler*innen der kompletten Jahrgangsstufe 7 in kleinen Gruppen. Im Mittelpunkt stand dabei die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen, die in der Hitlerjugend einerseits attraktive Freizeitangebote fanden und andererseits bereits als 10-Jährige durch Rassismus und Faschismus geprägt wurden. Allerdings nicht alle: die unternehmungslustigen Edelweißpiraten wollten sich ihre Freiheit nicht nehmen lassen. Dieses Aufbegehren führte viele von ihnen in den Widerstand und letztlich in die Zellen der Gestapo.

Im Rahmen der Unterrichtsreihe rund um den Jugendroman "Edelweißpiraten" war im Vorfeld auch schon der Autor des Buches Dirk Reinhardt zu Gast im FCG, um mit den Schüler*innen über die Hintergründe zu sprechen. (Hu)