„Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ - Die Leningrader Blockade

Am 4. Dezember war der Leistungskurs im Fach Geschichte und der Projektkurs zusammen mit Herrn Heinrichs zu einem „Erinnerungscafé“ der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ in der Düsseldorfer Altstadt eingeladen.
Einige jüdische Zeitzeugen aus Russland erinnerten an den zerstörerischen Zweiten Weltkrieg und den Überlebenskampf in dem von deutschem und finnischem Militär eingeschlossenen Leningrad (St. Petersburg) von September 1941 bis Januar 1944.
Einer der eingeladenen Gäste war Alexander Nikiforov, ein Zeitzeuge. Er wurde 1937 in der Nachbarstadt von Leningrad, Pushkin, geboren und ist dort die ersten Jahre bis zur Evakuierung aufgewachsen.
Nikoforov erlebte im Kindesalter die Bombardierung und Abriegelung von Leningrad. Ziel der deutschen Wehrmacht war es, die dort lebenden Menschen aushungern zu lassen. Es starben circa 1,1 Millionen Menschen.
Zur Verarbeitung solcher schrecklichen Ereignisse und um die Geschehnisse nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, finden regelmäßig Treffen von nach Düsseldorf gezogener Zeitzeugen in Form eines Erinnerungscafé statt. Schüler*innen unseres Gymnasiums waren schon öfter dabei.
Besonders eindrucksvoll war für uns, dass es heutzutage keinerlei Abneigung gegenüber der deutschen Bevölkerung gibt. Nach dem Krieg, so durften wir erfahren, hatte sich die Leningrader Bevölkerung sogar mit den deutschen Kriegsgefangenen solidarisiert, die sie gleichfalls als Opfer ansahen und ihre auch nach den Krieg kärglichen Lebensmittelrationen mit ihnen teilte.
Geschichte wurde hier sehr anschaulich und lebensnah berichtet.
So waren die ausgetauschten Erinnerungen sowohl für die Zeitzeugen selbst, als auch für uns eine bereichernde Erfahrung.
Ihre Mahnung an die jüngere Generation, es nie wieder zu einem Krieg kommen zu lassen, ging uns nach.

Ronja Hufen (Q2)