Die Mittelstufe

Die Mittelstufe am Freien Christlichen Gymnasium Düsseldorf umfasst im Schuljahr 2019/ 2020 die Klassen 8 und 9; die Schüler*innen dieser Stufe werden noch nach G8 unterrichtet und sie erreichen ihren mittleren Abschluss nach dem ersten Jahr der Oberstufe, der sogenannten „Einführungsphase“.

In der Mittelstufe werden die in der Unterstufe erworbenen inhaltlichen und methodischen Fähigkeiten und Fertigkeiten weiterhin angewendet und vielfältig vertieft. Neben den fachlichen und methodischen Kompetenzen legen wir großen Wert auf ein kooperatives Miteinander und Achtsamkeit gegenüber sich selbst und allen anderen Mitgliedern der Schulgemeinschaft.

Zu Beginn der Jahrgangsstufe 8, die unter dem Jahresthema „Herausforderung“ steht, besteht die Möglichkeit, bei einer Fahrt in ein Selbstversorgerhaus die eigenen Ziele, die man in der Mittelstufe erreichen möchte, genauer in den Blick zu nehmen und sie zu formulieren. Die Stärkung der Klassengemeinschaft steht hier ebenfalls im Mittelpunkt. Während der in dieser Jahrgangsstufe anstehenden Projektwoche im Sommer suchen sich die Schüler*innen eine eigene Herausforderung hinsichtlich des Verzichts auf eine Errungenschaft der Moderne und fahren z.B. gemeinsam auf eine Fahrradtour an eine Talsperre, wo sie ohne Handy einige Tage als Selbstversorger verbringen oder sie erleben und gestalten gemeinsam eine „Woche ohne Strom“.

Die Lehrer*innen der Stufe und insbesondere die neuen Klassenlehrer*innen, die bis zum Beginn der Oberstufe die Klassen begleiten, fördern das selbständige und eigenverantwortliche Arbeiten der Schüler*innen in altersgemäßer Weise. Dabei kommen in vielfältiger, aber nicht ausschließlicher Weise die neuen Medien und insbesondere der eigene Laptop zum Einsatz. Dieser wird ab der Klasse 8 regelmäßig und, wo sinnvoll, umfassend im Fachunterricht eingesetzt. Zu Beginn der Klassen 8 erfolgt eine ausführliche Einweisung in die Regeln zum Umgang mit den Geräten und deren Nutzung. Im Fach IT erhalten die Schüler*innen dieser Klassenstufe eine fortlaufende Schulung in Gebrauch und Nutzung der Laptops, die in den Fachunterricht zurückfließt.

Mit dem Eintritt in die Mittelstufe haben die Schüler*innen neben einer Reihe neuer Fächer auch einen etwas veränderten Tagesablauf: der Unterricht beginnt in der Regel um 8.30 Uhr mit einer gemeinsamen Kurzandacht in der Klasse. Einmal in der Woche trifft sich die jeweilige Jahrgangsstufe zu einer gemeinsamen Stufenandacht im Andachtsraum. Regelmäßig feiern wir gemeinsame Gottesdienste zu den Festen im Jahreskreis wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Die Möglichkeit der Teilnahme am Pray Day, den wir am Buß- und Bettag durchführen, stellt neben den Andachten und der Möglichkeit der Teilnahme an einem Schülergebetskreis einen weiteren geistlichen Baustein in unserem gemeinsamen Schulleben dar.

In der Mittagspause können sich die Schüler*innen sowohl auf dem Schulhof als auch im Selbstlernzentrum aufhalten, sofern sie nicht in der Mensa essen möchten.

Der aus der Unterstufe bekannte Fächerkanon mit den Hauptfächern Deutsch, Mathematik und Englisch als erster Fremdsprache (ab Klasse 5) sowie einer zweiten Fremdsprache (Wahlpflichtbereich I ab Klasse 6: Französisch, Spanisch oder Latein) und den Nebenfächern wie Musik, Sport, Kunst, Biologie, Physik, Politik, Geschichte, Erdkunde und Religion wird ab der Klasse 8 um das Fach Chemie erweitert. Die Lernzeiten werden fortgeführt.

Zusätzlich kommt in dieser Jahrgangsstufe noch der Wahlpflichtbereich II hinzu. Dieses Fach bietet besondere Möglichkeiten, nach eigenem Interesse und Begabung zu wählen. In jedem Jahr gibt es eine Reihe von Wahlangeboten, die sowohl den musisch-künstlerischen als auch den sprachlichen, den naturwissenschaftlichen und den gesellschaftswissenschaftlichen Bereich umfassen. Im Schuljahr 2019/2020 hatten die Schüler*innen am Ende der Klasse 7 die Wahl zwischen den Fächern Französisch, Mediale Gestaltung, Darstellendes Spiel und Theater, Politik / Wirtschaft, Praktische Philosophie sowie MINT. Die Kurse kommen zustande, sofern eine Mindestteilnehmerzahl erreicht wird; das Angebot kann von Jahr zu Jahr wechseln.

Ein Halbjahresplan über die zu schreibenden Klassenarbeiten in den Hauptfächern und dem WP II Bereich sowie über die Testphasen ermöglicht eine frühzeitige Übersicht und planbare Übungszeiten.

Neben den genannten Pflichtfächern rundet ein AG-Angebot im Nachmittagsbereich die Möglichkeiten eines aktiven Schullebens ab.

Seit einigen Jahren fördern wir besonders leistungsstarke Schülerinnen und Schüler der Unter- und Mittelstufe im Rahmen des „Drehtürmodells“, einem Lernprojekt, das in besonderer Weise das eigenständige und eigenverantwortliche Arbeiten unterstützt. Von den Lehrer*innen der jeweiligen Stufe vorgeschlagene Schüler*innen erhalten die Möglichkeit, im Zeitraum eines Schulhalbjahres ein Projekt ihrer Wahl zu bearbeiten. Sie können dazu zeitweise aus dem Regelunterricht ihrer Klasse „aussteigen“, um zum Beispiel im Selbstlernzentrum an ihrem Thema zu arbeiten. Das selbst gewählte Thema kann aus dem Unterricht erwachsen, es kann jedoch auch ein Thema sein, das den individuellen Neigungen und Begabungen in besonderer Weise entspricht und überhaupt keinen Bezug zu einem Unterrichtsfach oder –thema hat. In den letzten Jahren sind eine Reihe sehr interessanter und abwechslungsreicher Themen in beeindruckender Weise bearbeitet worden. Die Ergebnisse werden der Schulgemeinschaft jeweils am Schuljahresende im Rahmen einer Präsentation vorgestellt.

In beiden Jahrgangsstufen finden sich neben den bereits genannten Elementen weitere rhythmisierte Bausteine.

Dazu gehören in der Klasse 8 die Teilnahme an den landesweiten Lernstandserhebungen und an der Potentialanalyse.

Im zweiten Halbjahr der Jahrgangsstufe 9, die unter dem Jahresthema „Orientierung gewinnen“ steht, findet für alle Schüler*innen eine Berufsfördermaßnahme statt; die Teilnahme daran ist verbindlich. Obwohl sie in der Regel die Schule mit dem Abitur abschließen, sehen wir es als eine unserer Aufgaben an, die Schüler*innen frühzeitig an eine Wahrnehmung ihrer besonderen Begabungen und Interessen heranzuführen und sie – wie auch später noch einmal in der Oberstufe – bei ihren Überlegungen einer Berufs- oder Studienwahl zu begleiten. Viele Schüler*innen berichten, dass sie nach der Berufsfördermaßnahme ihre schulische Ausbildung noch einmal neu in den Blick genommen haben und viele arbeiten im Anschluss an die Maßnahme noch motivierter im Unterricht mit als bisher.

Die Mittelstufe schließt ab mit einer im Klassenverband geplanten Fahrt nach Berlin.

Neben der Bearbeitung und Vertiefung des vielfältigen Stoffes sollen die Schüler*innen insgesamt sowohl fachlich als auch methodisch befähigt werden, nach dem Abschluss der Mittelstufe den Unterricht der Oberstufe erfolgreich zu absolvieren und mit dem Abitur abschließen zu können.

Heike Sievers
Mittelstufenleiterin