Ausstellung: Angst, Hoffnung, Liebe und Wut

Im Jahr 2019 gibt es viele runde Jahrestag von wichtigen historischen Ereignissen. Im 3. Obergeschoss erinnert die Ausstellung „Die Macht der Gefühle. Deutschland 19/19“ sowohl an die Ereignisse als auch an die Rolle der Emotionen.

Denn: Emotionen machen Geschichte. Die Ausstellung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur illustriert den Einfluss von Gefühlen auf Politik und Gesellschaft. Die Bilder zeigen, wie Angst, Hoffnung, Liebe oder Wut in den vergangenen 100 Jahren geschichtliche Ereignisse geprägt haben. Die historischen Aufnahmen vermitteln prägnant, dass Gefühle Motor von Reform- und Demokratisierungsprozessen waren, aber auch politisch instrumentalisiert und manipuliert wurden.

„In politischen Debatten und gesellschaftlichen Diskursen erleben wir, wie selbst unbewusste Emotionen Entscheidungen beeinflussen können. Ihre Wirkmächtigkeit und Manipulierbarkeit zu kennen hilft, Gefühlen bewusst zu begegnen“, so Andreas Eberhardt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung EVZ.

Anna Kaminsky, Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung, betont: „Die Macht von Gefühlen wird oft unterschätzt. Vor allem im öffentlichen Leben gelten negative Emotionen als etwas, das man unterdrücken und beherrschen muss. Die Ausstellung soll verdeutlichen, wie Gefühle historische Entwicklungen und Entscheidungen beeinflusst haben. Damit soll das Verständnis für historische Abläufe und scheinbar unausweichliche Folgen erhöht werden.“

Anlass der Ausstellung sind acht runde Jahrestage im Jahr 2019:

  • 100 Jahre Gründung der Weimarer Republik
  • 90 Jahre Weltwirtschaftskrise
  • 80 Jahre deutscher Überfall auf Polen und der Beginn des Zweiten Weltkriegs
  • 75 Jahre 20. Juli und Landung der Alliierten in der Normandie
  • 70 Jahre doppelte deutsche Staatsgründung
  • vor 50 Jahren Regierungswechsel in Bonn (Wende)
  • 30 Jahre Friedliche Revolution
  • 15 Jahre EU-Osterweiterung.