Theater: "Belegtes Bötchen" ist eine Reise voller Probleme

Fünf Passagiere auf einem Boot, die alle das gleiche Ziel haben: bloß weg von hier! Wohin genau die Reise gehen soll, darüber herrschen allerdings verschiedene Meinungen, und der Zuschauer ahnt schnell, dass der klapprige Kahn wohl weder die USA noch die Südsee erreichen wird.

An Bord geraten die Passagiere, die alle ihr Päckchen Probleme mitgenommen haben, unablässig aneinander. Wie sollte es auch anders sein? Hier trifft eine hysterische Emanze auf einen reichen Playboy, dort muss sich ein verhuschtes Mäuschen in Krisen durchsetzen. Die verzogene und fleischgewordene Oberflächlichkeit (trotz dunkler Haare herrlich blond: Veronika Eder) schafft es trotz ihrer Dummheit, allen anderen voraus zu sein; und leichter wird die Reise auch nicht, als die Bootsführerin verloren geht und stattdessen noch ein verschreckter Ehemann vor seiner furiosen Frau aufs Schiff flieht.

Bis zur Auflösung genoss das Publikum eine turbulente, komische und dramatische Handlung in einer kongenialen Bühnenkonstruktion. Bemerkenswert war auch die Leistung von Q2-Theaterkurs-Leiter Marko Schmitt, der spontan eine der Hauptrollen übernehmen musste, weil der Schülerdarsteller Muffensausen bekommen hatte. Doch auch hier gilt wohl die Kernaussage des Stückes: Weil man sie immer mitnimmt,  kann man vor seinen Problemen nicht fliehen - man muss sie lösen.

Hauke Hullen