Schüleraustausch im gelobten Land

Elf Schüler, zwei Lehrer und ein Praktikant flogen vom 05.-14. November nach Israel. Die Reise begann um 4 Uhr morgens. Dass alle pünktlich waren, war ein Wunder. Nach 4,5 Stunden Flug und zwei Stunden Zugfahrt waren wir dann endlich in Nahariya angekommen und konnten unsere ganze arabische Familie kennenlernen. Diese waren direkt sehr höflich und gastfreundlich.

Am zweiten Tag wurde uns die Schule in Sheik Danun gezeigt. Wir haben uns das Dorf angeschaut und gemeinsam gefrühstückt. Danach hatten wir Freizeit mit unseren muslimischen Familien und wir haben unsere Ziele und Interessen ausgetauscht. Uns wurde vom Land Israel erzählt sowie deren Sicht über den Konflikt zwischen Palästina und Israel.

Am darauffolgenden Tag waren wir am See Genezareth, wo wir uns die erste Kirche, die je gebaut wurde, angeschaut haben und an der Grenze zu Syrien, wo man Bomben hören konnte. Es war ein sehr emotionaler Tag.

An Tag vier und fünf fuhren wir in der Wüste, wo wir Beduinen besucht haben und auf Kamelen geritten sind. Uns wurde viel über deren Kultur, Geschichte und Lebensweise erzählt. Außerdem besichtigten wir das Tote Meer. Wir konnten kaum glauben, dass man einfach so im Wasser schwebt. Es war ein sehr schöner Moment und ein schöner Abschluss bei der arabischen Familie sowie ein Highlight der Reise.

Am 6. Tag ging es für unsere Gruppe nach Haifa, somit mussten wir uns von unseren arabischen Familien verabschieden, was sehr emotional war. In Haifa besuchten wir den Bahai-Garten. Wir lernten eine neue Religion kennen und hatten einen schönen Ausblick über Haifa.

Der nächste Tag war angebrochen und es war Sabbat. Wir konnten das erste Mal richtig ausschlafen. Danach ging es für viele von uns nach Nazareth. Denn auch im Judentum gibt es eine liberale Auffassung des Sabbats. In Nazareth konnte man die Verkündigungsbasilika besichtigen. Hier sind der Überlieferung zufolge die Grundmauern der Höhle, in der der Engel Gabriel der Jungfrau Maria erschienen ist, in die neue Kirche integriert.
Der Austausch neigte sich langsam dem Ende zu und wir hatten nur noch zwei Tage bis zum Rückflug. Deshalb sind wir am 8.Tag nach Jerusalem gefahren.

Dort haben wir uns das „Vad Vashem“ angeschaut. Dies ist eine Gedenkstädte und Forschungseinrichtung für die jüdischen Opfer des Holocausts. Bei der Besichtigung haben wir mit einer Zeitzeugin gesprochen (Hannah Pick-Glosar), welche die beste Freundin von Anne Frank war.

Da wir uns sehr lange mit Hannah Pick unterhalten haben, hatten wir keine Zeit mehr für den Rest von Jerusalem. Somit haben wir abgestimmt, dass wir am nächsten Tag nochmal nach Jerusalem fahren.

Am letzten Tag ging es also nochmal in die heilige Stadt Jerusalem. Dort angekommen wurden wir von unserem Tour-Guide „Daniel“ und einem Security-Mann empfangen. Wir haben an dem Tag sehr viel über Jerusalem gelernt und sehr viel gesehen. Wir waren in jedem der vier verschiedenen Viertel (armenische, jüdische, christliche, moslemische).

Wir gingen immer weiter und irgendwann standen wir dann vor ihr. Die Klagemauer!

Eine alte Mauer, wo man seine Gebete reinsteckt. Es war unfassbar und faszinierend vor ihr zu stehen und sie anzufassen.

Allerdings war das nicht das einzige Highlight. Kurz darauf gingen wir in das christliche Viertel, wo wir dann vor der Grabeskirche Jesu standen. An diesem Ort wurde Jesus gekreuzigt. Es war sehr berührend, gerade für die Gläubigen unter uns.

Auf dem Rückweg zurück zum Bus ging es dann noch schnell über den Bazar, wo viele von uns Geschenke für die Familie in Deutschland gekauft haben.

In Haifa angekommen haben wir uns nochmal alle getroffen und den letzten Abend genossen.

Am 10. Tag mussten wir uns von Israel verabschieden. Es ging mit dem Zug nach Tel-Aviv und von dem warmen Tel-Aviv mit dem Flieger zurück ins kalte Düsseldorf.

Zusammenfassend kann man sagen:

In den 10 Tagen in Israel haben wir eine Menge über das Land Israel, seine Menschen, die Geschichte und die Kultur erfahren. Wir haben grenzüberschreitende Bekanntschaften gemacht und in manchen Fällen auch gute Freundschaften geschlossen. Die Erfahrungen und Eindrücke, die wir gesammelt haben, werden uns bestimmt noch lange begleiten. Wir hatten die einmalige Chance, selbst einen Eindruck von diesem faszinierenden Land zu gewinnen.

Julia-Anna Nawrath, Q1