Holocaust-Überlebende Eva Weyl berichtet

Auch dieses Schuljahr lädt das Freie Christliche Gymnasium seine Schülerinnen und Schüler zu einem Zeitzeugengespräch ein.
Am Mittwoch, 2. November, ist die Holocaust-Überlebenden Eva Weyl zu Gast. Im Selbstlernzentrum des Gymnasiums wird sie ab 10 Uhr zu den Klassen der Oberstufe sprechen.
Weyl, die als junges Mädchen die Schreckenszeit in den Niederlanden erlebte, wird erzählen, wie sie die Verfolgung und systematische Ermordung der Juden Europas überlebt hat.
Die heute 81jährige wird offen über ihre Lebensgeschichte sprechen. Ihre Familie, die in Kleve ein Kaufhaus betrieb, in dem heute Galerie Kaufhof untergebracht ist, flüchtete nach den ersten antisemitischen Anfeindungen nach Arnheim. Doch auch dort wurden sie bald vom NS-Regime verfolgt. Die Familie wurde in das Lager Westerbork deportiert. Dort verbrachte Weyl dreieinhalb Jahre. „Meine Geschichte hat ein Happy-End“, sagt Eva Weyl. Nicht nur sie, sondern auch ihre Eltern entgingen der Ermordung durch die Nazis, obwohl Züge von Westerbork mehr als 100.000 Juden zur Vergasung ins Konzentrationslager Ausschwitz brachten.

Ihr Besuch in Düsseldorf hat zudem noch einen weiteren, bemerkenswerten Aspekt: Der Lagerkommandant von Westerbork, Albert Gemmeker, war Düsseldorfer und betrieb, nachdem er 1951 vorzeitig aus der Haft entlassen wurde, in dieser Stadt anschließend einen Zigarrenladen. (Hu, 27.10.2016)