Beziehungspflege

Menschen sind Beziehungswesen, sie können isoliert von anderen nicht gesund leben. Gute Beziehungen fördern ihrerseits das menschliche Wohlbefinden.

Als Schule wollen wir die Beziehungen der Schülerinnen und Schüler untereinander so positiv etablieren und entwickeln helfen, dass konstruktiver Umgang miteinander und die Entwicklung von Teamfähigkeit allgemeine Lernziele darstellen.
Dazu ist vorbildliches Handeln der Lehrkräfte wichtige Voraussetzung. So wollen wir die Kinder und Jugendlichen in ihrer Identität als wertvolle und liebenswerte Menschen ernst nehmen und ihnen also in allem pädagogischen Handeln wertschätzend gegenübertreten, unabhängig von ihren Leistungen und ihren Lernerfolgen.

Als Christen sehen wir das Doppelgebot der Liebe als Grundlage an für eine erfolgreiche Beziehungspflege. Die ganzheitliche Liebe zu Gott verstehen wir als unsere Lebenseinstellung und Reaktion auf die Liebe Gottes zu uns Menschen, die uns in die Lage versetzt, unsere Gaben und Fähigkeiten zu erkennen und zu entfalten. So stellt die Beziehungspflege zu Gott eine Basis dar für alle anderen Beziehungen.
Die Nächstenliebe auf der Grundlage eines gesunden Selbstbewusstseins gehört untrennbar dazu, denn durch sie kann erkennbar werden, wie ausgeglichen wir innerlich sind und welche Bedeutung andere für uns haben. So werden Empathie und Sozialkompetenz für Schülerinnen und Schüler zu Entwicklungszielen, Vergebungsbereitschaft und Barmherzigkeit im Umgang miteinander zu wünschenswerten Einstellungen. Durch Nächstenliebe entwickeln Menschen ihr Potenzial in einer Atmosphäre der Geborgenheit und Anerkennung, die sich jeder im Grunde seines Herzens wünscht und die allen gut tut. Nächstenliebe ist weder angeboren noch selbstverständlich, sondern Ergebnis eines umfangreichen Lernprozesses.

So erleben wir uns in der Schule als Beziehungswesen, die miteinander auf dem Weg sind, dieses Doppelgebot der Liebe besser zu verstehen und erfolgreicher umzusetzen. Wir setzen uns dabei auch mit dem Scheitern auseinander, wenn wir uns vornehmen, bessere Menschen sein zu wollen. Wir ermutigen uns in Situationen, wo wir realisieren, dass andere uns nicht so behandeln, wie wir gerne selbst behandelt werden wollen. Und wir üben Geduld beim Erleben eigener Schwächen und nicht konsequent in praktisches Handeln umgesetzter Absichten.

Das Schöne an einem solchen Miteinander ist, dass keiner perfekt funktionieren muss und wir doch gemeinsam auf dem Weg sind zu einem wunderbaren Ziel.

Rolf Hübner Schulleiter